Versorgungssystem im Kornnatterei


Diese kleine Kornnatter hier meinte kurz vor dem Auszug aus ihrem Ei schon mal die komplette Innenausstattung vor ihre Haustür stellen zu müssen. War nun nicht uuuunbedingt so ne schlaue Idee von ihr...

sichtbares Versorgungssystem im Kornnatterei

Aber der Vorteil ist, dass man dadurch ausnahmsweise mal einen Blick auf das noch voll funktionsfähige Versorgungssystem des kleinen Schlangen Embryos erhaschen kann:

 

+ Bei dem kleinen gelblichen Säckchen handelt es sich um den mit Blutgefäßen durchzogenen Dotter, der die Kornnatter über den gesamten Entwicklungszeitraum hinweg mit einer Vielzahl von Nährstoffen versorgt. Kurz vor dem Schlupf wird der Dottersack dann über eine kleine Öffnung an der Bauchdecke von der Schlange vollständig aufgenommen und sichert dadurch ihre Nährstoffversorgung in den ersten Lebenswochen auch außerhalb des Eies.

 

+ Das größere, transparente Gebilde ist die Allantois. Sie ist ebenfalls über die Bauchdecke mit dem Embryo verbunden und mit einem Netz aus Gefäßen durchzogen. Ihre Aufgabe sind unterschiedliche Stoffwechselvorgänge. So versorgt sie z.B. die Natter mit Sauerstoff und nimmt im Gegenzug das Kohlendioxid auf. U.a. dient sie z.B. auch als "Toilette" für den noch kleinen Schürsenkel .

Während der Dotter im Laufe der Entwicklung also zusehends kleiner wird, dehnt sich die Allantois immer weiter aus.

 

+ Und natürlich befindet sich im Ei zusätzlich auch noch das Eiklar (welches u.a. als Wasserspeicher und "Puffer" dient und evtl. darüberhinaus auch eine antimikrobielle Funktion erfüllt). Nur sehen kann man das auf dem Foto halt nicht, weil es sich zum größten Teil in dem noch recht prallen Ei befindet .

 

Duch die Eihülle hindurch kann Sauerstoff und Feuchtigkeit aufgenommen und andere Stoffwechselprodukte an die Umgebung abgegeben werden.Sind die Eihüllen mehrerer Eier miteinander verbunden, kann duch sie hindurch sogar ein Nährstoffausgleich untereinander erfolgen. (Deswegen empfiehlt es sich auch, zusammenhängende "Eitrauben" nicht zu trennen.)

 

Zum Ende der Entwicklung hin wird ein Teil des Calciums aus der umgebenden Kalkschale resorbiert und dem Embryo zusätzlich zur Verfügung gestellt. (Dadurch deckt die Natter etwa 25 % ihres gesamten Calciumbedarfes).
Als positiver Nebeneffekt wird die Schale dadurch automatisch auch dünner und das spätere Durchbrechen mit dem kleinen Eizahn fällt somit ein wenig leichter .


 

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